Bildungshaus hat die Türen wieder geöffnet

Nach zweieinhalb Monaten haben wir die Türen des Bildungshauses wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Das Servicebüro bleibt zwar weiterhin geschlossen, Ihre Anliegen können aber
an der Ansprechbar entgegen genommen werden.

Seit Anfang Juni finden schrittweise die ersten Präsenzveranstaltungen statt. Gemäß des Hygieneplans haben wir vor Ort vieles anpassen müssen, angefangen von separaten
Ein- und Ausgängen, über Anbauwände an der Ansprechbar bis hin zu den maximalen Personenzahlen in den einzelnen Kursräumen. Der Aufenthalt im Bildungshaus – außer im Veranstaltungsraum selbst – ist nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung gestattet.

Als Alternative zum Präsenzbetrieb halten wir für Sie auch weiterhin ein interessantes und vielfältiges Online-Programm bereit.

Bleiben Sie weiterhin gesund - wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Ihre Bildungspartner Main-Kinzig GmbH

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen für einen Besuch im Bildungshaus.

Bildungspartner Main-Kinzig
auf dem Weg in die Digitalisierung

Sprungbrett in die Welt des Online-Lernens

Ebenso wie die Schulen mussten auch Einrichtungen der Erwachsenenbildung ihre Türen ab dem 16. März bedingt durch den Ausbruch der Corona-Pandemie schließen. So wurde auch der Präsenzbetrieb der Bildungspartner Main-Kinzig an diesem Tag eingestellt. „Die Absage aller Kurse war für die vhs ein drastischer Einschnitt, den es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat“, sagt Horst Günther, Geschäftsführer und Leiter der Volkshochschule, rückblickend. Was sich aus dieser ersten Schockstarre heraus entwickelt hat und wie daraus ein Sprungbrett in den Bereich Digitalisierung und in die Welt des Online-Lernens entstanden ist, zeigt ein Rückblick auf die vergangen Wochen – passend zum ersten bundesweiten Digitaltag, der heute begangen wird.

„Nachdem alle Kurse abgesagt, alle Teilnehmer benachrichtigt, alles Organisatorische geklärt war, stand die große Frage im Raum: Wie können wir die Menschen trotz der derzeitigen Situation weiterhin mit Bildungsangeboten versorgen?“, erzählt Günther.  In den Fachbereichsleiterkonferenzen – die heute noch täglich online stattfinden, da ein Teil der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeitet – tauschte man sich darüber aus. So wurde der erste „Schock“ Schritt für Schritt in kreative Energie umgewandelt. Ideen wurden gesammelt und umgesetzt, wie zum Beispiel das Näh-Video, das eine Anleitung zum Erstellen eines Mund-und-Nasenschutzes bereithält.
 „In dieser Ausnahmesituation war es für uns von großer Bedeutung, dass wir in den letzten Jahren schon erste Erfahrungen mit dem Thema ‚Online-Lernen‘ gesammelt hatten und somit zumindest ein Grundgerüst vorhanden war“, so Günther. Bereits im Februar fand zum Beispiel eine Veranstaltung für Kursleiter statt, in der das Video-Live-Streaming demonstriert wurde.
Ein weiterer ausschlaggebender Faktor sei die vhs.cloud gewesen, eine Online-Plattform, die von allen Volkshochschulen bundesweit zum Lernen, Arbeiten und Kommunizieren genutzt werden kann. „Frühzeitig haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt und unsere Mitarbeiter und Kursleiter entsprechend geschult“, berichtet der Volkshochschulleiter. Die Nutzung der cloud ist durch die Corono-Krise sprunghaft angestiegen. Der Deutsche Volkshochschulverband (dvv) berichtet, dass Kursleitungen sich teilweise im Minutentakt registriert haben – manchmal 200 Personen innerhalb von zwei Tagen.
Günther resümiert: „Ich muss zugegeben, dass ich nicht gedacht hätte, dass es uns gelingt, in kürzester Zeit ein solch respektables Programm zusammenzustellen. Ich bin stolz darauf und auf alle, die bei der Umsetzung mitwirkt haben. Ohne diese Extrem-Situation hätte es mit Sicherheit noch ein bis zwei Jahre gedauert, das digitale Angebot aus ersten Ansätzen heraus so zu etablieren wie zum jetzigen Stand.“   

Rebecca Müller, Fachbereichsleiterin Beruf und EDV, war maßgeblich an der Umsetzung des Online-Programms beteiligt. Sie war sozusagen der vhs-interne „IT-Support“ vor Ort. „Ich habe unzählige Gespräche geführt mit Kursleitern und Teilnehmern, um sie in der Anwendung der neuen Medien zu unterstützen. Es war viel Hilfestellung vonnöten - aber der Aufwand hat sich gelohnt.“
Waren bis Mitte März zehn Kursleiter/innen der Bildungspartner in der vhs.cloud angemeldet, seien es  mittlerweile fast 90.  Überraschend viele Dozenten hätten sich getraut, vom Präsenzunterricht auf Online-Seminare umzuswitchen.  „Was unsere Medienkompetenz betrifft, sind wir ein gutes Stück vorangekommen und sind mittlerweile, wenn man die Volkshochschullandschaft in Hessen betrachtet, im Bereich Digitalisierung weit vorne dabei. Wir haben in der Krise die Chance genutzt, uns damit auseinanderzusetzen und neue Kompetenzen zu erwerben“, freut sich Rebecca Müller.
Besonders gut angenommen werden laut Müller die Veranstaltungen unter der Rubrik  vhs-online.mkk. Seit dem Start im April gibt es hier mittlerweile weit über 300 Teilnehmer. Hierfür genügt eine einmalige Registrierung in der vhs.cloud und eine Anmeldung mit dem Kurscode und schon hat man die Möglichkeit, an sämtlichen „live“ gestreamten Vorträgen und Webinarreihen teilzunehmen. Das Angebot reicht von Gesundheitskursen über Persönlichkeitsentwicklung, Kunst, Geschichte und Kultur bis hin zu Sprachkursen, wie zum Beispiel der Englischunterricht für Schulkinder. Die meisten Veranstaltungen können kostenfrei genutzt werden.

Ein weiterer tiefer Einschnitt für die Bildungspartner Main-Kinzig als Kursträger - aber vor allem auch für die Teilnehmer/innen und Dozenten - war die Aussetzung der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Deutschkurse. Einige Gruppen standen kurz vor der B1- oder B2 Prüfung.  „Hier hat das BAMF schnell reagiert und für die Integrationskurse Online-Tutorien finanziert. So hatten die Deutschschüler/innen zumindest die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse mit täglichen Übungen und Hausaufgaben und durch die Betreuung ihrer gewohnten Kursleitungen zu festigen“, berichtet Vera Mala, Fachbereichsleiterin Deutsch. Für den berufsbezogenen Sprachkurs B2 wurde in der vhs.cloud ein virtuelles Klassenzimmer eingerichtet, in dem über zwei Monate hinweg der Unterricht fast „wie gewohnt“ stattfinden konnte. Auch die zuständige Regionalkoordinatorin vom BAMF stattete den Deutschschülern online einen Besuch ab.

Fachbereichsleiter Alexander Wicker, der für den Bereich Gesellschaft und Kultur zuständig ist, hat in den vergangenen Monaten viele Abende „geopfert“ um seine Kursleitungen während der Veranstaltungen zu begleiten und zu unterstützen. „Ich treffe mich circa eine halbe Stunden vor Beginn mit dem jeweiligen Dozenten in der vhs.cloud, um zu prüfen, ob die Technik funktioniert“, erzählt Wicker. Er moderiert, übernimmt teilweise die Bildregie, beantwortet Fragen im Chat und hilft bei technischen Schwierigkeiten.  Dass sich der Einsatz lohnt, zeigt sich an den Rückmeldungen der Teilnehmer. So hat sich zum Beispiel aus dem ursprünglich zweiteiligen Online-Seminar zum Thema Persönlichkeitsmuster eine mittlerweile sechsteilige Webinar-Reihe entwickelt. „Meine Erfahrungen sind sehr positiv. Die Online-Veranstaltungen verlängern zwar Arbeitstag, da sie meist abends stattfinden. Aber man ist nicht ortsgebunden, kann sich schnell hinzuschalten und gewinnt mit der Zeit an Routine“, sagt Wicker.  
Anlässlich des Digitaltages  hat sich Dr. Corina Zeller, zuständig für die Fachbereiche Fremdsprachen und Frühe Pädagogik, etwas Besonderes einfallen lassen:  Als kleinen Trost dafür, dass der diesjährige „Forschertag“, der ursprünglich für den 16. Juni geplant war,  ausfallen musste, gibt es für Eltern, Kinder und Pädagogische Fach- und Lehrkräfte ein „Bonbon“ online: In einem Video begrüßt Simone Grünewald, Leiterin des Museums Gelnhausen,  alle Interessierten vor dem Begehbaren Ort, bevor sie mit ihrer Mitarbeiterin, Sonja Funfack, eine Anleitung zum Basteln eines Geräusche-Memorys gibt. Das Video kann ab sofort in der vhs.cloud sowie auf der neuen Facebook-Seite der Bildungspartner, https://www.facebook.com/bip.mkk/, angeschaut werden.

Ein weiteres Highlight ist ein Online-Schreibwettbewerb, der von der bekannten Autorin Doris Dörrie mit 18 Tutorials begleitet wird. Hierfür wurde in der vhs.cloud ein virtueller Kursraum eingerichtet, in dem die einzelnen Lernmodule bis Dezember abrufbar sind. Die Volkshochschule mit dem besten Schreiber oder der besten Schreiberin gewinnt ein Lesung mit Doris Döirrie. Informationen hierzu und eine Anleitung zur Anmeldung gibt es auf der Website der vhs.  

Winfried Ottmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH, ist begeistert von dem umfangreichen, digitalen Angebot. „Unser Ziel ist es nun, die neu entwickelten Formate in das reguläre vhs-Programm mit einzubinden“, berichtet Ottmann. „Es war für uns alle eine aufregende Zeit, die den Beginn eines neuen Programmbereichs der vhs eingeläutet hat.“

Das neue vhs-Programm für das Herbstsemester steht ab dem 1. Juli auf der Website bereit.

 

Tägliches Meeting der Fachbereichsleitungen zur Programmplanung
Tägliches Meeting der Fachbereichsleitungen zur Programmplanung

 

 

 

 

Digitaltag2020
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