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MAGAZIN 11
Ort der Begegnung, Bildung und Lebensfreude
Ein Ehepaar als vhs-Fans: „Der Donnerstag ist uns heilig“
Jährlich fast 12.200 Kursteil-
nehmer lernen in der Volkshoch-
schule des Main-Kinzig-Kreises
Sprachen, trainieren ihre Gesund-
heit oder bilden sich weiter. Zwei
davon sind Claudia Joachim und
Uwe Lindenberger aus Gelnhau-
sen-Roth. Für sie ist die vhs mehr
als eine Unterrichtsgelegenheit.
„Ich bin gebürtige Rötherin, er ist
mir sozusagen zugelaufen“, lacht
Claudia Joachim. Seit 2014 be-
suchen sie gemeinsam Spanisch-
kurse bei den Bildungspartnern
– angefangen mit A 1, heute im B
1-Konversationskurs. „Jeden Don-
nerstag von 17.30 bis 19 Uhr – das
ist heilig“, sagt sie. „Wenn nichts
Großes dazwischenkommt, fällt da
nichts aus.“
„Wir haben viele Bekannte in Spa-
nien und wollten uns endlich richtig
unterhalten können“, erzählt Uwe
Lindenberger. „Am Anfang waren wir
14, jetzt sind wir noch drei vom alten
Kern.“ Mit vielen ehemaligen Teilneh-
menden halten sie über WhatsApp
Kontakt. Besonders loben sie ihre Do- Für ihn ist die vhs längst Freizeitgestaltung: „Nach der Ar-
zentin: „Sie ist Native Speakerin aus Nicaragua, legt viel Wert auf Kultur beit hierherkommen, Leute treffen – das ist schön.“ Seine Frau ergänzt:
– das erweitert den Horizont.“ „Viele Kurse helfen, Stress zu bewältigen. Resilienz, Yoga, Gewaltfreie
Kommunikation – davon wünsche ich mir mehr, auch als Bildungsur-
Neben den Sprachkursen schätzt Claudia Joachim die Bildungsurlaube: laub.“
„Eine ganze Woche intensiv in ein Thema eintauchen, das ist großartig.“
Besonders beeindruckte sie ein Kurs zur Gewaltfreien Kommunikation. Im Ruhestand wollen beide Sprachen und Gesundheitskurse vertiefen.
„Die vier Schritte – Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte – sind auch im Uwe Lindenberger besucht bereits zusätzlich Französisch. „Man ist nie
Berufsleben Gold wert.“ fertig – man kann immer weiter lernen.“ Auch Bildungsreisen ins Aus-
land begrüßen beide: „Sprache wird erst durch Kultur lebendig – das
Für sie sind diese Themen zentrale Grundkompetenzen: „Resilienz, motiviert uns.“
Kommunikation, Ressourcenarbeit – das brauchen alle, um Stress
standzuhalten.“ Uwe Lindenberger ergänzt: „Ich bin Bildungsbeauftrag- Für das Ehepaar ist die vhs ein Ort der Begegnung: „Früher traf man sich
ter im Betriebsrat. Kommunikation ist das A und O – egal ob im Büro oder im Dorf, heute hier. Man spricht miteinander, lernt neue Leute kennen.“
Handwerk.“ Die Vielfalt begeistert: „Da basteln, nähen oder diskutieren Menschen –
das bringt Leben rein.“
Damit liegen sie auf einer Linie mit der strategischen Neuausrichtung
der Bildungspartner GmbH: Kommunikationsfähigkeit, Konfliktlösung, „Viele haben nach Corona den Kontakt verloren, aber in der vhs kommen
Teamarbeit, Stressbewältigung und digitale Basiskompetenzen sollen sie wieder zusammen“, sagt Lindenberger. Besonders gefällt ihm der
künftig gezielt gefördert werden. „Das sind Werkzeuge für die Arbeits- interkulturelle Chor: „Gemeinsam singen, egal, woher man kommt – das
welt von heute – und die vhs macht sie allen zugänglich“, sagt Linden- verbindet.“
berger.
Für Claudia Joachim und Uwe Lindenberger ist die Volkshochschule „ein
Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt: „Dank Zuschüssen sind die Ort der Begegnung, der Bildung und der Lebensfreude“. Und deshalb gilt
Gebühren erschwinglich. Ideal sind acht Teilnehmende. Das Gebäude in für sie: Donnerstags ist Spanischkurs – und der Termin bleibt unantast-
Gelnhausen ist top – kurze Wege, gute Ausstattung, kostenlose Park- bar.
plätze.“ Redaktion und Fotos: Matthias Abel

