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nikationsstärke, Empathie, Teamfähigkeit oder Flexibilität
an.
Jannik Marquart: Wir haben die berufsbegleitende Bil-
dung deutlich ausgebaut. Auch hier ist es wichtig, nied-
rigschwellige und bezahlbare Angebote zu schaffen, von
denen insbesondere auch kleinere Unternehmen profitie-
ren. Vermehrt fragen uns auch Kommunen an, die sich
beispielsweise mit dem Thema künstliche Intelligenz be-
schäftigen. Auch hier geht es dann darum, Beschäftigten
die Berührungsängste zu nehmen und sie für die Risiken,
aber auch die Chancen der neuen Technologien zu sensi-
bilisieren.
Dirk Niedoba: Neben der IT und den Soft Skills spielt
selbstverständlich auch die Vermittlung von Sprach-
kenntnissen eine große Rolle, nicht nur im Wirtschafts-
Geschäftsführer Dirk Niedoba (links) und Aufsichtsratsvorsitzender Jannik Marquart im und Verwaltungsbereich.
Gespräch.
die Köche. Das ist nur ein Beispiel für diesen Ansatz. Ein anderes Vor- Was ist Volkshochschule heute?
haben, mit dem wir uns im Jubiläumsjahr auf den Weg machen, ist ein Jannik Marquart: Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und
MINT-Mobil, das von Kitas und Grundschulen zum Forschen, Mitmachen dem Terror des Nationalsozialismus gründeten 1946 engagierten sich
und Entdecken ausgeliehen werden kann, um vor Ort den Kontakt mit Bürgerinnen und Bürger mehrere Erwachsenenbildungseinrichtung in
Naturwissenschaften zu fördern. Diese und andere Beispiele zeigen, den drei ehemaligen Landkreisen Gelnhausen, Schlüchtern und Hanau-
dass man durch ungewöhnliche Kombinationen neue Lernerfahrungen Land. Seit nunmehr 80 Jahren bietet die Volkshochschule in unserem
schaffen und so einen Mehrwert erzeugen kann. Landkreis eine demokratische Orientierung sowie allgemeine, berufli-
che und kulturelle Weiterbildung an. Damals wie heute wird die Volks-
hochschule als ein lebendiger Ort verstanden, an dem sich Menschen
Ihr Programm zählt rund 1.000 Kurse. Wie frei sind Sie bei der Aus- unterschiedlicher Herkunft begegnen. Diesem Geist ihrer Gründung ist
wahl der Themen? sie bis heute treu geblieben. Mit ihren 80 Jahren steht die Volkshoch-
Jannik Marquart: Natürlich gibt es in bestimmten Bereichen, etwa bei schule der Bildungspartner Main-Kinzig mitten im Leben: engagiert,
den Deutschkursen, Vorgaben in Bezug auf Umfang und Inhalt. Generell kreativ und lebendig. Denn Lebenslanges Lernen eröffnet Chancen, för-
sind die Bildungspartner aber ziemlich frei, was die Auswahl der An- dert Teilhabe und stärkt unsere Gesellschaft. Deshalb sind Investitionen
gebote angeht. Und das ist gut so, denn die Kursleitungen können die in die Volkshochschulen immer auch Investitionen in die Zukunft.
Themen anbieten, für die sie brennen. Auf der anderen Seite versuchen
wir solche Angebote zu realisieren, für die sich die Menschen wirklich in-
teressieren. Denn so wird die Arbeit auch für die Kursleitungen attraktiv. Auf was darf sich die interessierte Bevölkerung im Jubiläumsjahr
freuen?
Dirk Niedoba: Das Schöne an der Volkshochschule ist, dass sie schnell
Erwachsenenbildung kann nur gelingen, wenn man die Teilnehmer und und kreativ auf Bildungsbedarfe reagieren kann – darauf kann man auch
die Dozenten gleichermaßen mitnimmt. Dabei setzen Sie auf ein breites im Jubiläumsjahr zählen.
Spektrum von Kunst, Kultur über Schulungen für ehrenamtliche Betreu-
er bis hin zu Nähworkshops oder Bewegungs- und Entspannungskurse. Neben unseren bewährten Angeboten in den Bereichen wie Gesundheit,
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Weiterqualifikation Gesellschaft und Kultur setzen wir 2026 verstärkt auf berufliche Weiter-
und Personalentwicklung. Zwingt Sie die technologische Weiterent- bildung. Im Fokus stehen dabei Kurse zur digitalen Kompetenz sowie zur
wicklung dazu, sich immer stärker auf den Bereich Arbeit zu konzent- Qualifikation in kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Themen.
rieren, und geht das irgendwann auf Kosten der Allgemeinbildung? Ergänzt wird das Programm durch Angebote zur persönlichen Weiter-
Jannik Marquart: Der technologische Wandel schreitet voran, jetzt entwicklung – etwa in Rhetorik, Selbstmarketing oder Zeitmanagement.
kommt es darauf an, ihn in unserer Region aktiv mitzugestalten. Arbeit-
nehmer sind heute nicht mehr 40 Jahre in einem Unternehmen tätig, sie Auch sprachlich sind wir breit aufgestellt: Mittlerweile bieten wir Kurse
wechseln eher den Arbeitgeber oder auch die Branche. Unternehmen in 15 verschiedenen Sprachen an. Besonders wichtig ist uns dabei der
sind auf Menschen angewiesen, die über breite Kompetenzen verfügen. Bereich Integration. Dazu zählen allgemeine Deutschkurse ebenso wie
Dabei spielen die Bildungspartner eine Schlüsselrolle. Das geht aber berufssprachliche Angebote für Azubis und Berufstätige aus den ver-
nicht auf Kosten der Allgemeinbildung. Im Gegenteil. Wir schulen Men- schiedensten Branchen.
schen nicht im Umgang mit einer bestimmten Anwendung oder einer
Maschine und wir bilden keine Gabelstaplerfahrer aus. Es kommt auf Darüber hinaus erweitern wir unser Programm gezielt für Kinder und
den Erwerb von grundlegenden Kompetenzen an. Und der wird in der Jugendliche, für Eltern und pädagogische Fachkräfte sowie für ältere
Wirtschaftswelt immer wichtiger. Menschen.
Dirk Niedoba: Unser Fokus liegt auf der Vermittlung sogenannter Soft Freuen Sie sich auf Bewährtes – und entdecken Sie Neues!
Skills. Dabei orientieren wir uns am konkreten Bedarf der Unternehmen
oder Kommunen. Auch da kommt es eher auf Kompetenzen wie Kommu- Redaktion: Matthias Abel

