Page 6 - vhs_GN_Programmheft_2025_2_Halbjahr.indd
P. 6
6 6 MAGAZIN
Jannik Marquart und Dirk Niedoba über die
Bedeutung der Volkshochschule und die
Bildungspartner Main-Kinzig GmbH
Bildung und Demokratiearbeit für alle: Die Volkshochschule der Bil- Jannik Marquart: Es gibt kein anderes Projekt, hinter dem alle politi-
dungspartner Main-Kinzig GmbH feiert im Jahr 2026 bereits 80 Jahre schen Lager des Kreises so uneingeschränkt stehen wie hinter den Bil-
Volksbildungsarbeit in den ehemaligen Altkreisen Gelnhausen, Schlüch- dungspartnern. Für uns ist klar, dass wir allen Schichten und Alters-
tern und Hanau-Land, dem heutigen Main-Kinzig-Kreis. Aufsichtsrats- gruppen das lebensbegleitende Lernen ermöglichen wollen. Wir wollen
vorsitzender Jannik Marquart und Geschäftsführer Dirk Niedoba spre- alle Menschen ansprechen auf der gesamten Fläche, auch in den ländli-
chen über aktuelle Entwicklungen, neue Ziele und veraltete Klischees. cheren Regionen. Das geht nur in Zusammenarbeit mit den Kommunen,
etwa im Hinblick auf Tagungsorte oder Veranstaltungsräume. Und die
Der Begriff vom lebenslangen Lernen ist heute in aller Munde. Gute funktioniert.
Voraussetzungen für Volkshochschulen, oder?
Jannik Marquart: Es zeigt, wie relevant die Volkshochschularbeit ist. Im Dirk Niedoba: Unser Einzugsgebiet reicht vom Sinntal bis Großkrotzen-
Hessischen Weiterbildungsgesetz ist bewusst vom lebensbegleitenden burg. Nicht alle Menschen können nach Gelnhausen kommen, auch wenn
Lernen die Rede. Gemeint ist die aktive Auseinandersetzung der Men- wir hier mit dem Bildungshaus Main-Kinzig über optimale Bedingungen
schen mit sich selbst und der Welt. Das ermöglicht die Bildungspartner verfügen. Deshalb gehen wir bewusst in den ländlichen Raum, besuchen
Main-Kinzig GmbH vielen Menschen. 2025 hat sie rund 1.000 Kurse an- Kindertagesstätten und Schulen. Und auch in der Erwachsenenbildung
geboten, mit nahezu 12.200 Teilnehmenden. Diese kommen aus allen bauen wir unsere dezentralen Angebote weiter aus und nutzen dabei
Altersgruppen und sozialen Schichten sowie dem gesamten Main-Kin- das Potenzial, das in den Kommunen, in der Vereinslandschaft oder in
zig-Kreis. den Kirchengemeinden liegt. So sind wir aktuell in 23 Städten und Ge-
meinden des Main-Kinzig-Kreises mit unseren Angeboten präsent.
Das Klischee von Kursangeboten, die sich ausschließlich an ältere
Menschen richten, ist somit falsch? Sie sprechen von besonderen Räumen?
Jannik Marquart: Das Image von den eingestaubten Kursen steckt noch Dirk Niedoba: Ja, und davon, sie auf besondere Weise zu nutzen. Ein Li-
immer in vielen Köpfen fest. Selbst ich war bei meinem Amtsantritt 2024 teraturkurs in einer Bibliothek liegt auf der Hand. Aber was ist mit einem
überrascht, wie breit die Angebotspalette und die Zielgruppen der Bil- Kochkurs? Die erforderlichen Bücher sind vor Ort, warum die Rezepte
dungspartner sind. nicht gleich dort ausprobieren? In unseren Sprachkursen wird zum Bei-
spiel regelmäßig zusammen international gekocht.
Dirk Niedoba: Bildung ist für alle da, unabhängig von Alter und der per-
sönlichen Lebenssituation. Deshalb sind wir für die Unterstützung des Aktuell gehen wir, da wir über keine eigene Küche verfügen, verstärkt
Main-Kinzig-Kreises dankbar, ohne dessen Hilfe wir den Zugang zu den auf Institutionen zu, die eine Küche zur Verfügung stellen können. Das
Kursangeboten und deren Gebühren niedrig halten könnten. Angebot: Ihr stellt die Räume, wir bringen einen Sprachlehrer mit – und
Foto: Archiv
Das Bildungshaus in Gelnhausen bietet die optimalen Voraussetzungen für Kursleitungen und Teilnehmende.

