1. Halbjahr 2017:
"Grenzen"

Die Volkshochschule der BiP präsentiert Ihnen nun schon zum neunten Mal einen universitären Vortragszyklus, der über ein ganzes Halbjahr ein bestimmtes Thema beleuchtet, welches sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht. Unsere Referenten sind zum einen absolute Fachleute auf ihrem Gebiet, forschen ständig zu den Themen, die sie Ihnen präsentieren, kommen zum anderen aber auch überwiegend aus der Region. So können sie neueste Forschungsergebnisse mit lokalem Bezug verbinden - wo dies möglich und sinnvoll ist. In unserer Region finden sich viele Spuren aus den Jahrtausenden menschlicher Besiedlung, und wir wollen Ihnen all das zeigen.

Grenzen spielen seit vielen Jahrhunderten eine überragende Rolle in unseren Gesellschaften. Seien es persönliche Grenzen, die wir zu überwinden trachten, natürliche Grenzen, die das Leben unserer Gemeinschaften und Gesellschaften auf ein bestimmtes Areal festlegten, sprachliche und kulturelle Grenzen, die eine Verständigung mit dem und denen jenseits dieser Grenze schwierig machen, bis hin zu politischen Grenzen, die mitunter mit den vorgenannten übereinstimmen, mitunter aber auch gerade nicht. Politische Grenzen sind entstanden aus Kriegen, Wanderungen, Tausch- und sonstigen Handeln, manchmal einfach nur durch einen einsam-geraden Strich auf einer Landkarte. Fast ist es schon so weit, dass sich niemand mehr an die letzten großen Grenzveränderungen hier bei uns nach dem Zweiten Weltkrieg mehr erinnert, weshalb wir die seinerzeit entstandenen Grenzen als gegeben ansehen. Dabei werden Grenzen jeden Tag verschoben, manchmal im Kleinen, wenn zwischen Frankfurt und Offenbach oder Hessen und Nordrhein-Westfalen oder Bayern Gemarkungen ausgetauscht werden, manchmal im Großen, wenn Putins Russland die ukrainische Krim besetzt. Spätestens aus diesen Anlässen wird uns bewusst, wie wichtig diese Grenzen für uns sind - weil sie uns auf allen Ebenen über das diesseits und das jenseits dieser Grenze definieren helfen. Welche Rolle Grenzen in konkreten historischen Situationen gespielt haben, wie sich das Verständnis von „Grenze" seit der Antike verändert hat beziehungsweise was Grenzen schon in vorschriftlichen Gesellschaften bedeuteten, ob wir heute noch Grenzen brauchen und wenn ja, welche - all diese Fragen und mehr beschäftigen uns im neuen Semester des studium generale der BiP!

Dieser Widerstreit beschäftigt die Menschen seit Urzeiten. Mit dem Fremden umzugehen, es, wenn nötig, abzuwehren oder es so lange zu studieren, es kennenzulernen, bis es nicht mehr fremd ist, ist stets ein wichtiger Entwicklungsfaktor menschlicher Gesellschaften gewesen. Große Zivilisationen haben sich vor allem in ihrer Langlebigkeit immer durch eine Offenheit gegenüber Neuem, Anderem, eben Fremdem ausgezeichnet. Im Gegensatz dazu haben Bestrebungen, Gesellschaften möglichst von allen fremden Einfl üssen fernzuhalten, nicht oder nur kurz funktioniert, teils mit verheerenden Konsequenzen. Oft muss „das Fremde" überhaupt erst mühsam konstruiert werden, um uns unseres scheinbaren Selbsts gewahr zu werden. Wie die Menschen mit „dem Fremden" umgehen, sagt also zuallererst etwas über sie selbst aus – auch historisch. Den verschiedenen Fremdbildern und dem Umgang der Gesellschaften mit ihnen durch den Lauf der Geschichte spüren wir im neuen sgSemester nach.

Bitte beachten Sie die besonderen Anmeldebedingungen zum studium generale am Ende dieses Themenschwerpunktes.

Das studium generale trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Ganz wie in einem Studium können Sie sich für die gesamte Veranstaltungsreihe „einschreiben" und erhalten so einen Subskriptionspreis*. Die Veranstaltungen liegen leicht planbar an insgesamt elf Donnerstagabenden zwischen März und Juni 2017, die Ferien und Feiertage bleiben selbstverständlich ausgespart. Das studium generale ist ein Gemeinschaftsprojekt, das langfristig ausgelegt ist. So sind alle unsere Expertinnen und Experten sehr motiviert, mit Ihnen gemeinsam in den nächsten Jahren Historie und Aktualität zu erforschen. Immer wieder werden dabei auch Gastreferentinnen und -referenten das Studium mit ihrer spezifischen Expertise bereichern. 

*) Wenn Sie sich vor Beginn der Reihe, d. h. bis zum 6. März 2017, für alle elf Veranstaltungen anmelden, erhalten Sie einen Rabatt von 20% auf den Gesamtpreis. Statt 132,00 € kostet die Reihe dann 105,60 €. Abmeldungen für einzelne Veranstaltungen können dann im Laufe des Halbjahres allerdings nicht mehr berücksichtigt werden. Keine Kombination mit anderen Ermäßigungen möglich. 


Nachstehend finden Sie die einzelnen Kurse mit Online-Buchungsmöglichkeit. Wollen Sie alle Kurse zum Subskriptionspreis mit einem Rabatt von 20% buchen, laden Sie sich bitte das pdf-Dokument () herunter, da hierfür keine Online-Buchung möglich ist, sondern nur die schriftliche Buchung mit dem verlinkten Formular, welches Sie sowohl hier mittels des Downloadpfeils als auch direkt in unserem Dowloadbereich in der Rubrik Volkshochschule finden. 

Grenzen, Ab- und Ausgrenzungen im alten Griechenland
Reihe studium generale

Wir starten das neue Semester des studiums generale im Alten Griechenland. Griechische Kultur und Geschichte sind nur in der griechischen Landschaft und in deren Grenzen zu verstehen. Politische, soziale und wirtschaftliche Strukturen haben sich im Kontext von und in der Auseinandersetzung mit den landschaftlichen Voraussetzungen entwickelt. Von Gebirgen umgrenzt, aber zum Meer hin offen, bildeten sich zwischen Kaukasus und den Säulen des Herakles, also um das Schwarze Meer und das Mittelmeer, hunderte griechischer Städte ''wie Frösche um einen Teich'' - so beschreibt Sokrates im Phaidon die Ausdehnung der griechischen Staatenwelt. Sie blieben kleinräumige Stadtstaaten, die jedoch alle Griechen verbindende Gemeinsamkeiten hatten. Herodot (5. Jh. v. Chr.) bezeichnet dies als to hellenikón und grenzt damit die Städte und deren Einwohner gegenüber anderen Völkern ab, die er Barbaren nennt.
Das Diesseits und das Jenseits in verschiedensten politischen, geographischen, sozialen und religiösen Dimensionen im Kulturkreis der griechischen Antike werden in dieser Veranstaltung behandelt.

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Zielgruppen - Erwachsene (ab 18)

Kurs-Nr.
  1011001
Kursort
  63571 Gelnhausen, Bildungshaus Main-Kinzig, Frankfurter Str. 30
                 
Anzahl Tage
  3 UE an einem Tag
Alle Kurstermine
 
Wochentag/Datum
 
Uhrzeit
 
Ort
  Do, 09.03.2017
  19:00 Uhr  bis  21:15 Uhr   Bildungshaus Main-Kinzig
 
Gebühr
  12.00 €
Kursleiter/in
  Dr. Hans-Otto Schmitt
Status
 
 
   
Dieser Kurs ist online nicht buchbar! Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an das VHS-Serviceteam unter der Telefonnummer 06051 / 91679-0
 
     
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