04.09.2012 | Einst diffamiert und verfolgt, heute gefeiert

Schülerinnen und Schüler der Sinntaler Hans-Elm-Schule
stellen Reproduktionen „entarteter" Kunst im Bildungshaus aus


Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung sind die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Jahrgangsstufe 9 der Hans-Elm-Schule aus Sinntal-Altengronau derzeit im Bildungshaus, Frankfurter Str. 30, in Gelnhausen vertreten. 30 Reproduktionen von Kunstwerken, die während des „Dritten Reichs" als „entartet" galten, sind in den Seminarräumen der Volkshochschule ausgestellt. Die eindrucksvolle Schau war zuvor schon u.a. in Sinntal, Hanau und Bad Brückenau zu sehen.

Während des Naziregimes wurden Künstler geächtet, die neue Wege künstlerischen Ausdrucks beschritten und kritische Darstellungen gesellschaftspolitischer Themen wählten. Kunst, die nicht naiv-realistisch oder gar idealisierend und schönend abbildete, wurde in Schandausstellungen wie der berüchtigten Münchner Sammlung „Entartete Kunst" 1937 diffamiert. Über 20.000 Kunstwerke von mehr als 1.400 Künstlern wurden seinerzeit aus öffentlichen Sammlungen beseitigt. Andere Kultursparten waren von der aggressiven Durchsetzung des nationalsozialistischen Kunstideals ebenso betroffen: Musik, Literatur, Film, Architektur. Von dieser umfassenden Negierung und Bekämpfung künstlerischer Freiheit und Entfaltung durch die Nationalsozialisten hat sich in Teilen die Rezeption der so gebrandmarkten Kunst bis heute nicht erholt, ganz zu schweigen vom Schicksal vieler Künstler, die der Verfolgung durch das faschistische Regime nicht entkamen.

Auch vor diesem Hintergrund ist die Ausstellung der jungen Künstler aus dem Main-Kinzig-Kreis bemerkenswert. Die Auseinandersetzung mit der Moderne ist Teil des an der Altengronauer Schule geübten fächerübergreifenden Unterrichts in Kunst und Geschichte, die verfemten Kunstwerke und ihre Erschaffer rückten so ins Bewusstsein der Schüler. Doch nicht nur die inhaltliche Beschäftigung, auch die künstlerische Qualität der in verschiedensten Techniken hergestellten Exponate ist außergewöhnlich und verdient viele interessierte Betrachter.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September im Bildungshaus Main-Kinzig, Frankfurter Straße 30, in Gelnhausen zu sehen.

 

Bild zur PM vom 04.09.2012


30 Reproduktionen von Kunstwerken, die während des „Dritten Reichs" als „entartet" galten, sind in den Seminarräumen der Volkshochschule ausgestellt 

 

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