06.04.2011 | MKK-Bürger äußern sich
zum Weiterbildungsverhalten

Emnid-Umfrage der BiP: Weiterbildung im MKK hat bei Bürgern hohen Stellenwert - Bergwinkel nutzt mehr Angebote im MKK als in Vorjahren - Region Gelnhausen ist stärker als andere an Gesundheitsbildung interessiert - Vielfalt der Anbieter ist Ausdruck einer starken Bildungsarchitektur - Hanau-Land-Befragte bleiben bei Gesundheitsbildung eher im Kreis


Wie entwickelt sich die Weiterbildungsquote, also die Teilnahme an organisierter Weiterbildung im Main-Kinzig-Kreis (MKK)? Welche Bildungsangebote wünschen sich die Menschen im MKK? Das sind einige Fragen, denen die Bildungspartner Main-Kinzig (BiP) regelmäßig auf den Grund gehen will, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sie ihr Angebot weiterentwickeln kann und insgesamt das lebenslange Lernen in der Region voranbringt. Um die Meinung aller Bürger in ihrem Versorgungsgebiet zu erfassen, entwickelte die BiP nun zum zweite Mal innerhalb der vier Jahre ihres Bestehens einen umfassenden Fragebogen und beauftragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid mit der Durchführung einer repräsentativen Umfrage.

Die erste Umfrage dieser Art wurde von der BiP vor genau zwei Jahren im Kreisgebiet durchgeführt. Sie legte damals neben der Weiterbildungsquote den Schwerpunkt auf die berufliche Bildung. Diese Umfrage stieß in der Volkshochschullandschaft auf großes Interesse, da es eine neue Betrachtungsweise darstellt und wurde ausführlich in der Zeitschrift und auf einer Fachtagung des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) in Bamberg vorgestellt. Und schon heute hat der DVV sein Interesse auch an den Ergebnissen der gerade stattgefundenen Befragung signalisiert. Damit setzt die BiP erneut Maßstäbe in der Bildungslandschaft.

Für die nun vorliegende neue Untersuchung wurden kürzlich 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 67 Jahren über einen Zeitraum von 12 Tagen in den drei Regionen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern per Telefon zu ihren Weiterbildungsvorstellungen befragt. Diesmal nahm die BiP die Gesundheitsbildung in den Fokus. Bildungsdezernent Günter Frenz und BiP-Geschäftsführer Dr. Karsten Rudolf stellten nun die Untersuchung der Öffentlichkeit vor, bevor sie den anderen Bildungsträgern innerhalb des MKK sowie dem DVV zur Verfügung gestellt wird. Die Ergebnisse wurden bereits von Dr. Rudolf mit dem Team der vhs ausführlich besprochen und fließen in die derzeit stattfindende Planung des 2. Halbjahres-Programms ein.

Ein Ergebnis der umfangreichen Erhebung, die aus zwölf Fragen besteht: Die Bürgerinnen und Bürger im MKK sind auch weiterhin keine Lernmuffel. Ihre Teilnahme an beruflichen, sprachlichen, gesundheitlichen und allgemeinen Weiterbildungsangeboten liegt mit insgesamt 46 Prozent auch zwei Jahre nach der ersten Erhebung leicht über dem zuletzt bekannten Bundesdurchschnitt. Das heißt, das nahezu jeder Zweite 18-67-jährige im MKK im Jahr 2010 an einem entsprechenden Bildungsangebot bei einem Anbieter im oder außerhalb des Kreises teilgenommen hat und das trotz Wirtschaftskrisenzeit, auf die sich dieses Ergebnis bezieht. Auch die derzeit ausgewerteten Teilnehmerzahlen der BiP für das vergangene Jahr bestätigen dies. So konnte der bereits sehr gute Vorjahreswert von rund 14.500 Teilnahmefällen nicht nur stabilisiert, sondern durch verschiedene Zielgruppenangebote und mehr realisierte Veranstaltungen sogar noch leicht ausgebaut werden.

Auffällig ist, dass mit 61% signifikant mehr Menschen aus der Region Schlüchtern/Bergwinkel Angebote innerhalb des MKK nutzten als die Bürger, die aus der Region Hanau-Land oder Gelnhausen kommen. Hier hat sich das Verhältnis zugunsten der Angebote in der Region Schlüchtern/Bergwinkel verändert. In der Befragung 2009 waren es noch 54%, die angaben, im Vorjahr einen Anbieter im MKK besucht zu haben. Frenz und Rudolf sehen hier erste Erfolge der Regionalisierungsarbeit der BiP und der verstärkten Angebotsdichte der vhs in Schlüchtern, denn „wir haben die Ergebnisse der Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2009 konsequent in unsere Bildungsplanung umgesetzt. Darunter waren auch verschiedene Hinweise zu Angebotswünschen in Schlüchtern."

Neben diesem allgemeinen Weiterbildungsverhalten interessierte die BiP, wie groß das Potenzial speziell zur Gesundheitsbildung in den kommenden zwei Jahren ist. Das Ergebnis: 20 Prozent der 18-67-Jährigen wollen ein Angebot wahrnehmen. Dabei ist übrigens ein signifikanter Unterschied im Antwortverhalten von den Befragten der Teilregion Gelnhausen gegenüber denen Befragten in Hanau-Land festzustellen. Frenz und Rudolf: „Hier gilt es in den kommenden Jahren anzusetzen, um den Erwartungen der Menschen in diesem Teil des Kreises zu entsprechen und um dieses wichtige Feld der Gesundheitsvorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu fördern. Das neue Bildungshaus in Gelnhausen bietet hierzu mit den neuen Gymnastikräumen gute Möglichkeiten. Auch die ausgebauten Aktivitäten der BiP im Bereich der betrieblichen Gesundheitsbildung passen gut zu dieser Bedarfslage."

Die Umfrage enthält aber noch viel mehr Informationen. So wurde beispielsweise nach den gewünschten Inhalte der Gesundheitsbildung gefragt und man kann hier verschiedene Erwartungen herauslesen, je nachdem, um welchen Teil des Kreises es sich handelt oder was eher die Frauen, was die Männer, was ältere und was jüngere Menschen interessiert. Ebenfalls abgefragt wurden die gewünschten Zeitformate, die wichtigsten Auswahlkriterien, die Informationsquellen und die bevorzugten Anbieter zur Gesundheitsbildung.

Die große Vielfalt der Anbieter in der regionalen Bildungslandschaft zeigt sich in dem untersuchten Bereich der Gesundheitsangebote besonders deutlich. Nach den Krankenkassen, die hier sehr aktiv sind, sind es insbesondere die Turn- und Sportvereine, die Fitnessstudios und die vhs, die die bestimmenden Marktteilnehmer sind. „Das hängt einerseits mit dem hervorragenden und in der Fläche vorhandenen Angebot der Vereine zusammen und andererseits mit der Gesundheits- und Fitnesswelle, die kommerzielle Geschäftsfelder für die Studios eröffnet. Aber auch der Vergleich der Nennung der Anbieter, die die Befragten machen mit den Auswahlkriterien, die ihnen persönlich wichtig sind, weist darauf hin, dass die Nutzung der unterschiedlichen Bildungsanbieter der Heterogenität bzw. Pluralität der Interessen gut Rechnung trägt. Die Bildungslandschaft hat also für alle etwas zu bieten. Die wichtige Rolle Dritter, die an diesem Beispiel der Gesundheitsbildung besonders Vereine und die Studios als Lernorte in der Bildungsarchitektur des Kreises einnehmen wird durch die Marktanalyse eindrucksvoll verdeutlicht. Das dürfte auch ein Grund dafür sein, dass beispielsweise die Befragten aus Hanau-Land, die bei vielen Bildungsthemen aufgrund der räumlichen Nähe auch auf Anbieter aus den benachbarten Kreisen zurückgreifen, besonders auffällig im Feld der Gesundheitsbildung eher Anbieter im Kreisgebiet nutzen (60%).

Durch diese Vielfalt und Stärke der Bildungsarchitektur wird der durch die BiP bereits vor über zwei Jahren eingeschlagene Weg der Vernetzung der Bildungslandschaft im MKK bestätigt. Dieser sieht eine Abstimmung der Angebote aufeinander vor, um Doppelangebote zu vermeiden (z.B. Schwimmlernangebote und Erste Hilfe Bereich) und das Sichtbarmachen der einzelnen Angebote in der Vielfalt, indem zum Beispiel die interaktive Lernortlandkarte Lernorte im Kreis vorstellt. Hier gilt es weiter anzusetzen, erklärt Bildungsdezernent Frenz abschließend.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, die auch eine Auswertung der Antworten nach Geschlecht, Alter, Berufstätigkeit und Schulbildung der Befragten enthält, wird die BiP im Laufe der Woche auf ihrer Internetseite unter www.bildungspartner-mk.de (Bereich Lebens-langes Lernen/Marktanalyse) allen Interessierten zur Verfügung stellen.

 

MKK-Bürger äußern sich zum Weiterbildungsverhalten


Das Bild zeigt Bildungsdezernent Günter Frenz mit BiP-Geschäftsführer Dr. Karsten Rudolf
 

 

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien (Pressedownload) anbieten: 

BiP-Pressemitteilung 06-04-2011 (PDF)

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BiP-Pressemitteilung06-04-2011 (Bild)

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BiP-Pressemitteilung 06-04-2011 (Word)

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