23.03.2012 | „Eine ungeheure Chance für die Region"

Gelnhausen jetzt ein gefestigter Studienstandort

Lebenslanges Lernen ist eine Voraussetzung dafür, dass man dauerhaft am sozialen und beruflichen Leben teilhaben kann. Der sich stets schneller vollziehende gesellschaftliche Wandel verschärft diese bekannte Erkenntnis deutlich. Daher hat die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH (BiP) ein lebensphasenorientiertes Bildungsangebot entwickelt, das beispielsweise bereits früh in der Kita dabei unterstützt, die Grundlagen für später notwendige Fähigkeiten und Kenntnisse, aber auch Lerntechniken zu legen. Mit dem nun startenden Studiengang, den die BiP gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, der Provadis Hochschule, durchführt, kommt ein weiterer wichtiger Baustein zur Erweiterung der Bildungsarchitektur im MKK hinzu.

Da es im MKK als bevölkerungsreichstem Landkreis Hessens mit seiner großen räumlichen Ausdehnung keine ausreichende Möglichkeit gibt, sich wohnortnah und berufsbegleitend auch auf universitärem Niveau fortzubilden, entwickelte die BiP bereits seit längerem die Idee, durch Kooperationen mit Hochschulen entsprechende Angebote in den Kreis zu holen. Das können Fachvorträge von Hochschullehrern für bestimmte Zielgruppen sein, wie es die BiP auf ihren jährlich stattfindenden Bildungskongressen macht, oder auch umfassende Fortbildungen, die aus mehrtägigen Modulen bestehen, wie 2009 bereits mit der Goethe-Universität und der Fresenius-Hochschule in Bad Soden-Salmünster realisiert oder der in der Schule für Pflegeberufe der BiP angebotene Studiengang Health Care Studies mit der Fernhochschule Hamburg.

Mit dem jetzt startenden BWL-Studiengang in Gelnhausen realisieren wir einen neuen Meilenstein auf diesem Weg. Zwölf Menschen aus dem ganzen Kreisgebiet begannen nun am 23. März ihr Präsenzstudium im neuen Bildungshaus Main-Kinzig. Von Maintal über Freigericht, Gelnhausen bis Schlüchtern kommen die Studierenden. Vor Ort in Gelnhausen werden sie durch die BiP betreut. Die Hochschullehrer kommen vom vielfach ausgezeichneten Partner Provadis Hochschule mit Sitz in Frankfurt-Höchst. Studiert wird parallel zum Beruf oder zur Ausbildung drei Jahre lang jeden Freitagnachmittag und jeden Samstag. Ein weiteres halbes Jahr ist der Erstellung der Bachelor-Arbeit vorbehalten. Und das ist auch der Abschluss: Bachelor of Arts in Business Administration.

Die Studiengebühren zahlen die zwölf Teilnehmer entweder selbst oder die Unternehmen, in denen sie beschäftigt sind, tragen diese Kosten. Zu den Unternehmen, in denen die Studierenden arbeiten, zählen zum Beispiel Bien-Zenker, Küchen Klöckner, Orion Engineered Carbons, Smurfit Kappa, Elektro Adam, Main-Kinzig-Kliniken, Heraeus oder der Hanauer Anzeiger.

Ein Assessment Day ging der Aufnahme in das Studium voraus. Hier wurde vor allem die Fähigkeit der jeweiligen Interessenten getestet, eine solche Doppelbelastung aus Beruf und Studium erfolgreich zum Ziel zu führen. So gab es auch Interessenten, die dadurch frühzeitig feststellten, dass das Studium in dieser Form nichts für sie ist. Bei der weiteren Orientierung unterstützen sie die Partner. Durchgesetzt haben sich die zwölf, die nun ihr Studium in Gelnhausen aufnehmen.

Die BiP schloss die Kooperation mit der Provadis Hochschule und stellt die Räumlichkeiten bereit. Die Teilnehmer gewonnen haben die zwei Partner zusammen mit der Agentur für Arbeit in mehreren Informationsveranstaltungen mit Unternehmen, Schulen, auf Messen und vielen persönlichen Beratungsgesprächen.

Alexander Noblé, Leiter der Agentur für Arbeit Hanau: „Im Kampf um die Talente hilft dieses Hochschulangebot besonders den kleinen und mittleren Unternehmen dabei, ihren Fachkräftenachwuchs zu finden, zu binden und weiterzuentwickeln. Das ist für die Region ein herausragendes Angebot und eine ungeheure Chance. Daher haben wir uns als Agentur für Arbeit, die sich als Berater der Unternehmen im Zuge der Fachkräftefindung versteht, spontan bereit erklärt, dieses Vorhaben auf Anfrage der BiP zu unterstützen. Gemeinsam mit der BiP arbeiten wir seit 2010 mit Hochdruck an der Realisierung und freuen uns, dass die Arbeit nun von dem ersten Vollstudiengang, der komplett in Gelnhausen stattfinden wird, gekrönt wird. Das kann aber nur der Anfang sein. Unternehmen und Fachkräfte der Region brauchen dieses Studienangebot dauerhaft. Daher haben wir für den Herbst bereits den Start eines weiteren Studiengangs fest geplant. Besonders für frisch gebackene (Fach-)Abiturienten wird das eine gute Alternative zu den durch die G8/G9-Umstellung überfüllten Hörsälen sein."

„Die Provadis Hochschule, die Partner der BiP bei dem Studienangebot ist, ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule. Sie ist aus der ehemaligen Hoechst AG hervorgegangen und blickt auf eine lange Erfahrung im Bereich dualer Studiengänge zurück. Mit über 700 Studierenden und besten deutschlandweiten Bewertungen im CHE-Hochschulranking gehört die Hochschule zu den Größen auf diesem Sektor in Hessen. Das Studium ist sehr praxisorientiert angelegt. Dafür sorgen auch Unternehmen, die im Beirat der Hochschule am Lehrplan mitarbeiten. Es ist das erste Mal, dass wir eine derartige Kooperation mit dem Ziel eines Vor-Ort-Studienangebotes mit einem anderen Bildungsträger in Hessen eingegangen sind. Der erste Jahrgang wird dabei ganz besonders von der persönlichen Betreuung und dem Engagement unserer Hochschullehrer profitieren", erläutert der Präsident der Hochschule, Professor Uwe Faust.

Es war nicht einfach, diesen ersten Vollstudiengang im neuen Bildungshaus zu ermöglichen. Dazu haben die drei Partner einen weiten Weg zurück gelegt. Durch eine kleine Studiengruppe, die 2010 noch zum Teil in Frankfurt-Höchst und zum Teil bereits in Gelnhausen ihr Studium aufgenommen hat, konnten wir erste Erfahrungen sammeln, welche Anforderungen die Studierenden und der Hochschulbetrieb an uns stellen. Dieses Wissen haben wir in die Kundenansprache und bei der Anpassung der Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Medien im Selbstlernzentrum genutzt.

Eine Reihe von Unternehmen zeigte sich bereits interessiert daran, Auszubildende in kommende Studiengänge zu entsenden, die sie bisher in Berufsakademien nach Baden-Württemberg schicken. Durch das arbeitsplatz- und wohnortnahe Angebot profitierten Auszubildende und Unternehmen. Zudem sei durch die durchgängige Präsenz im Betrieb ein weiterer Vorteil des Gelnhäuser Modells gegenüber den Berufsakademien zu sehen.

Für den 24. August ist der nächste Start eines Studiengangs fest geplant. Unternehmen, Auszubildende oder Berufstätige, die daran interessiert sind, können sich bei der BiP unter 06051/91679-13 oder informieren.

 

Gelnhausen jetzt ein gefestigter Studienstandort


Zwölf Menschen aus dem ganzen Kreisgebiet haben am 23. März ihr Präsenzstudium im neuen Bildungshaus Main-Kinzig begonnen 

 

 

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