07.08.2009 | MKK-Bürger liegen über
Bundesdurchschnitt in der Weiterbildungsteilnahme

Zu diesem Ergebnis kommt eine von der BiP in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage


Wie hoch ist eigentlich die Weiterbildungsquote, also die Teilnahme an organisierter Weiterbildung im Main-Kinzig-Kreis (MKK)? Welche Bildungsangebote wünschen sich die Menschen im MKK?

Das sind einige Fragen, denen die Bildungspartner Main-Kinzig (BiP) auf den Grund gehen wollte, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sie ihr Angebot weiterentwickeln kann und insgesamt das lebenslange Lernen in der Region voranbringt.
Um die Meinung aller Bürger in ihrem Versorgungsgebiet zu erfassen, entwickelte die BiP nun einen Fragebogen und beauftragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid mit der Durchführung einer repräsentativen Umfrage. In einem Zeitraum von neun Tagen waren dazu 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 67 Jahren in den drei Regionen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern per Telefon zu ihrem beruflichen Weiterbildungsvorstellungen befragt worden. Bildungsdezernent Günter Frenz und BiP-Geschäftsführer Dr. Karsten Rudolf stellten nun die Untersuchung vor.

Ein Ergebnis der umfangreichen Erhebung: Die Bürgerinnen und Bürger im MKK sind keine Lernmuffel. Ihre Teilnahme an beruflichen, sprachlichen, gesundheitlichen und allgemeinen Weiterbildungsangeboten liegt sogar mit insgesamt 46 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt. Das heißt, das nahezu jeder Zweite 18-67-jährige im MKK im Jahr 2008 an einem entsprechenden Bildungsangebot bei einem Anbieter im oder außerhalb des Kreises teilgenommen hat.

Neben diesem allgemeinen Weiterbildungsverhalten interessierte die BiP, wie groß das Potenzial speziell zur beruflichen Bildung in den kommenden zwei Jahren ist. Das Ergebnis: 38 Prozent der 18-67-Jährigen. Frenz wies darauf hin, dass dieses erfreuliche Weiterbildungsinteresse laut Umfrage bei den Gruppen der pädagogischen Berufen und der Gesundheitsberufe am größten ist.

Personen, die ein Interesse an Angeboten zur beruflichen Bildung bekundet haben, sind dann auch über die gewünschten Inhalte der beruflichen Weiterbildung befragt worden. So wollen 37 Prozent der an beruflicher Weiterbildung Interessierten Angebote zur Anwendung von EDV-Programmen (Word, Excel oder PowerPoint) nutzen. 35 Prozent wünschen sich Angebote zur Stärkung der sozialen Kompetenz (Rhetorik oder Selbstpräsentation), 34 Prozent Angebote zu Englisch für den Beruf und nicht weniger als 30 Prozent Angebote zur Stärkung der Methodenkompetenz (Moderationstraining oder Projektmanagement). Immerhin 11 Prozent der an beruflicher Bildung Interessierten bewerten für sich Angebote zum Bewerbungstraining und 9 Prozent Angebote zur neuen Rechtschreibung als wichtig. Und besonders interessant: 42% der Interessierten sind an einem berufsbegleitenden Studium in Gelnhausen interessiert, was 19% der 18-67-Jährigen im MKK entspricht.

Fragt man die Menschen, die ein Angebot zur beruflichen Bildung nutzen wollen über den gewünschten Zeitpunkt, decken sich die Erkenntnisse der repräsentativen Umfrage mit den Erfahrungen der BiP, erläutert Dr. Rudolf: „Bevorzugt werden kurze und kompakte Zeitformate. Durch die Umfrage haben wir hierzu und zu den Inhalten detaillierte und verlässliche Erkenntnisse darüber gewonnen, was einzelne Zielgruppen bevorzugen und können uns besser darauf einstellen ihnen noch passgenauere Angebote zu machen."

Als Informationsquelle speziell zu beruflichen Bildungsangeboten werden das Internet, Aushänge beim Arbeitgeber und Programmhefte von Bildungsträgern vorrangig angeführt. Unterstützung bei der „individuellen Bildungsplanung und der Suche nach dem richtigen Anbieter" wünscht sich jeder Dritte Befragte, der an beruflicher Bildung interessiert ist.

Wenn die Befragten unter fünf Bildungsträgern auswählen können, wählt jeder Zweite die „Volkshochschule" und jeder Dritte einen „regionalen Bildungsanbieter, der mit Universitäten kooperieren, wie etwa den Campus für berufliche Bildung der BiP". Damit stehen diese beiden Marken der BiP noch deutlich vor überregionalen Bildungsanbietern und anderen Bildungsanbietern (jeweils 15 Prozent). Vergleichbar gute Werte erhalten nur Anbieter, die mit dem eigenen Arbeitgeber kooperieren.

„Die Ergebnisse werden wir nun dazu nutzen, um das Angebot der BiP noch bedarfsgerechter auszurichten und die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen," so Bildungsdezernent Frenz. „So werden zum Beispiel Rhetorikschulungen für Jugendliche neu in das nächste VHS-Heft aufgenommen, da sich diese Gruppe verstärkt dazu äußerte und der Internetauftritt der BiP wurde bereits aufgrund der Befragung weiterentwickelt und steht nun zum Start des neuen Halbjahres bereit."

Insgesamt betrachtet sieht Frenz das Konzept der BiP aufgrund der Emnid-Ergebnisse bestätigt: „Der Weg der BiP stimmt und muss konsequent weiter geführt werden." Als Beispiele nannte Frenz den bereits 2008 begonnenen Ausbau von Inhouse-Seminarangeboten und Fortbildungsangeboten für pädagogische Beruf oder die 2009 neu geschaffene Bildungsberatung sowie die erstmals angebotenen universitären Fortbildungen für Berufstätige. Auch die Schaffung der neuen BiP-Säule Campus berufliche Bildung und die Stärkung der Marke Volkshochschule im Marketingkonzept der neuen BiP würden durch die Untersuchung bestätigt.

Die gesamten Ergebnisse, die auch eine Auswertung der Antworten nach Geschlecht, Alter, Berufstätigkeit und Schulbildung der Befragten enthalten, hat die BiP auf ihrer Internetseite unter www.bildungspartner-mk.de (Bereich Lebenslanges Lernen/Marktanalyse) zusammengefasst und somit allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

 

 

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