Deutschkurse für Asylsuchende - Eine Zwischenbilanz

Simmler: „Ein sehr dichtes Netz an Sprachkursen entstanden"

Main-Kinzig-Kreis. - Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hat zufrieden eine Zwischenbilanz zu den Deutschkursen für Flüchtlinge gezogen, die der Kreis seit gut vier Monaten anbietet. „Die Nachfrage seitens der Asylbewerber und Flüchtlinge ist groß, die deutsche Sprache zu lernen. Daher werden die Angebote der Ehrenamtlichen schon sehr stark angenommen und daher haben auch wir uns dazu entschlossen, das ehrenamtliche Engagement durch eigene Kurse zu ergänzen. Die deutsche Sprache ist und bleibt der Generalschlüssel zur Integration", erklärte Simmler.

Der Kreisausschuss hatte im Mai den Beschluss gefasst, Deutschkurse je nach Bedarf in den Städten und Gemeinden ins Leben zu rufen. Dazu beauftragte der Kreis die Bildungspartner Main-Kinzig, die den Bedarf in den Kommunen abfragte und Lehrpersonal bereitstellte. Die Städte und Gemeinden sorgten für einen geeigneten Raum; die Personal- und Materialkosten trägt der Main-Kinzig-Kreis. „In den Kommunen sind wir mit unserem Angebot offene Türen eingerannt. Vielerorts ging nach dem ersten Gespräch alles ganz schnell", berichtete die Erste Kreisbeigeordnete. So habe meist nach dem ersten Treffen schon der Kursraum, der mögliche Zeitpunkt für den Beginn des Deutschunterrichts sowie das vorhandene Sprachniveau der Asylbewerber geklärt werden können.

Simmler dankte in diesem Zusammenhang den Verwaltungsmitarbeitern in den Kommunen und den Ehrenamtlichen für die gute Zusammenarbeit. „Gerade die enge Abstimmung mit den Ehrenamtlichen ist der Grundpfeiler der Deutschkurse. Wir haben von Beginn an großen Wert darauf gelegt, mit unseren Kursen nicht in Konkurrenz zum vorhandenen Angebot der ehrenamtlichen Deutschlehrer zu treten, sondern dieses Angebot zu ergänzen", verdeutlichte die Erste Kreisbeigeordnete. So seien mittlerweile 25 vom Main-Kinzig-Kreis finanzierte Kursmodule mit insgesamt rund 420 Schülerinnen und Schülern gestartet. „Wenn man nun noch die Privatinitiativen und die vielen Angebote der Ehrenamtlichen hinzunimmt, etwa den Unterricht der mehr als 140 ehrenamtlichen Deutschlehrer, die der Kreis qualifiziert hat, dann ergibt sich ein sehr dichtes Netz an Sprachkursen in allen Städten und Gemeinden", so Simmler.

Die Kurse sind jeweils für 200 Unterrichtsstunden ausgelegt. Die Asylbewerber und Flüchtlinge erhalten Übungsmaterial, lernen aber vor allem über das ständige Kommunizieren innerhalb des Kurses die deutsche Sprache. „Der Unterricht schafft Kontakte und Freundschaften. Er verbindet also das Gute mit dem sehr Nützlichen. Wie wichtig diese Programme sind, haben zum Glück mittlerweile auch andere erkannt. Wenn die Bundesregierung und die Agentur für Arbeit ähnliche Sprachkursangebote etablieren und finanzieren wollen, zeigt das nur, dass der Main-Kinzig-Kreis und die Bildungspartner Main-Kinzig eine starke Vorreiterrolle eingenommen haben", lobte Susanne Simmler. Immerhin, so Simmler, sei es den Asylbewerbern noch bis Oktober - nach geltender Gesetzeslage - verwehrt gewesen, schnell an einem Integrationskurs teilzunehmen. „Wenn uns aber an einer schnellen, erfolgreichen Integration etwas liegt, dann müssen wir die Wartezeiten verkürzen. Das gilt beim Thema Asyl für sehr viele Bereiche, aber vor allem für das Deutschlernen, um die nächsten Schritte in Richtung Arbeitsmarkt zu erleichtern", fasste die Erste Kreisbeigeordnete zusammen.

 

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